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Das ist der Ingelheimer
Schützenverein Ober Ingelheim 1859 e. V. Im Jahre 1859
gegründet, mehr der Geselligkeit wegen als dem sportlichen
Wettkampf. In den vielen Jahren seines Bestehens gingen auch hier
die Wogen hoch und tief, bis dann 1946 der Schützenverein durch die
Besatzungsmächte verboten und sein Vermögen beschlagnahmt wurde. Die
Schießstände, und alles was sich auf diesem Gelände befand, wurden
restlos eingeebnet.
Doch nichts ist beständiger als der Wechsel. Sechs Jahre später im
Jahre 1952 konnte der Schützenverein das Gelände wieder
zurückerhalten. Damit begann der Wiederaufbau. Zuerst in
bescheidenem Maße mit nur einer kleinen Schar Getreuer, die sich in
uneigennütziger Weise zur Verfügung stellten. Doch der Anfang war
gemacht und in den folgenden Jahren wuchs das Interesse am
Schießsport immer mehr. Bald genügte das Vergleichsschießen
innerhalb unseres Vereins nicht mehr. Als Folge wurden die ersten
Mannschaftskämpfe mit anderen Vereinen durchgeführt. Besonders in
den letzten Jahren hat der Schützenverein großen Zustrom erhalten
und sich in seinen schießsportlichen Leistungen erheblich steigern
können. |
Im Artikel 15 der Schießstandordnung heißt es: Derjenige, welcher betrunken ist, darf nicht schießen.
Niemand würde im Zeitalter der „Promille" ernsthaft glauben, dass die Verordnung aus dem Jahre 1863 stammt, festgehalten im Protokollbuch des Ingelheimer Schützenvereins.
Aus diesem Protokollbuch, angelegt im Gründungsjahr des Vereins im Jahre 1859, geht hervor, das der erste Grundstückkauf im Jahre 1860 erfolgte. Im selben Jahr ist der Erwerb eines Vereinsgewehrs zu Protokoll genommen worden. Damals scheint der Begriff der Bodenspekulation unbekannt gewesen zu sein, denn während für das Vereinsgewehr 30 Gulden bezahlt wurden, ist der Kaufpreis für das Grundstück mit 55 Gulden ausgewiesen. Die Deutsche Schützenzeitung wurde 1862 (bis heute) abonniert.
Im Jahre 1881 wurde eine Erweiterung des Schießstandes vorgenommen. Die Finanzierung des Grundstücks erfolgte durch Verkauf von Aktien an die Vereinsmitglieder. Ein Jahr später wurde der Schützenverein Ingelheim in den Deutschen Schützenbund aufgenommen.
Der Ausbau des Standes erforderte damals wie heute die aktive Mitarbeit der Vereinsmitglieder: Schon einmal, nämlich vor genau 90 Jahren, hatten sich die Vereinsmitglieder freiwillig zur Mitarbeit verpflichtet. Oder entrichteten ersatzweise einen Tagelohn.
Die baulichen Veränderungen nach den Richtlinien des Deutschen Schützenbundes haben sich über sechs Jahre hingezogen, aber am 10. Mai 1888 war es soweit: Laut Protokollbuch war ein Festzug durch Ingelheim der Auftakt zur Standeinweihung. Zum anschließenden Ball erhielten die Vereinsvorstände der Feuerwehr, des Kriegervereins, des Turnvereins, der Bürgermeister und der Oberamtsrichter sowie weitere Honoratioren Freikarten, und so war es nicht wunderlich, dass Einnahmen in Höhe von 23,50 Mark, Ausgaben in Höhe von 85,— Mark gegenüberstanden.
Das Protokoll vermerkt, dass das Defizit „auf die Vereinsmitglieder umgelegt" wurde.
Der Bau einer Telefonleitung erfolgte noch im gleichen Jahr — in Selbsthilfe versteht sich —. Von dieser Einrichtung kann der Verein im Jahre 1973 vorerst jedoch nur träumen . . .
Im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts wurden — je nach Belastbarkeit der Vereinskassen — Bundeswettkämpfe und Freundschaftskämpfe in Mainz, Wiesbaden, Offenbach, Frankfurt, ja sogar in München ausgetragen. Daraus kann man schließen, dass der Schießsport nicht annähernd die Verbreitung besaß wie heute. In unserer engeren Heimat gab es, außer in Mainz, keinen Schützenverein.
Die beiden Weltkriege unseres Jahrhunderts sind nicht spurlos am Ingelheimer Schützenverein vorbeigegangen: Jeweils nach Kriegsende wurden die Schießstände eingeebnet.
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